Fjällräven Classic 2016: Aus Kollegen werden Freunde

Im August 2016 starteten wir zu siebt (fünf Breuninger Mitarbeiter) bei den Fjällräven Classic 2016. Dabei handelt es sich um einen Hike über 110km durch die wilde Natur Nordschwedens. Gezeltet wird, wo man grade umfällt, Duschen und Toiletten sucht man umsonst und sein ganzes Hab und Gut trägt man auf dem Rücken im Backpack bei sich.

Breuninger Mitarbeiter auf der Fjällräven Classic 2016

Breuninger Mitarbeiter auf der Fjällräven Classic 2016
Ins Leben gerufen wurde die Tour von dem schwedischen Outdoor-Spezialisten Fjällräven und nachdem Bastian (Teamlead SEO) bereits zwei Mal am Classic teilgenommen hatte und voller Enthusiasmus davon erzählte, meldeten wir uns ebenfalls für den diesjährigen Hike an.

Schon auf unserem kleinen Roadtrip von Stockholm nach Kiruna waren wir von der Schönheit und Ruhe Schwedens komplett begeistert. Die weite Landschaft, die Vielzahl der Seen und die typischen roten Häuschen hatten es uns direkt angetan. In Nordschweden angekommen wurden alle Teilnehmer mit Trockennahrung, Brot und Gaskartuschen ausgestattet. Zudem gab es für alle eine Wanderkarte und einen Wanderpass, der während des Hikes an verschiedenen Stellen abgestempelt werden sollte. Insgesamt starteten rund 2.000 Teilnehmer, verteilt auf 8 verschiedene Startzeiten an drei aufeinander folgenden Tagen.

Für alles andere waren wir selbst verantwortlich. Frisches Wasser konnte aus Flüssen und Bächen direkt aus der Natur geholt werden. Kleinere Snacks wie Energieriegel und Nüsse hatten wir auch dabei. Unverzichtbar waren Zelt, Schlafsack und Isomatte, Gaskocher sowie wetterfeste Kleidung. Unsere Ausrüstung wurde durch das hochwertige Icebreaker Shirt komplettiert, das wir von Breuninger gesponsort bekamen.

Tag 1: Los ging es am Startpunkt Nikkaluokta. Von hier aus waren es 19 km bis zum nächsten Checkpoint Kebnekaise. Das Wetter war perfekt für eine Wanderung und wir kamen sehr gut voran. Am Checkpoint angekommen konnten die Energiereserven aufgefüllt werden. Wir testeten zum ersten Mal die Trockennahrung, die überraschend genießbar war. In der warmen Hütte konnten wir entspannen und uns für den nächsten Streckenabschnitt vorbereiten. Weit kamen wir aber nicht mehr. Nach ca. weiteren 2 km schlugen wir unser Lager auf und zelteten am Rande der Berge.

Tag 2: Geweckt wurden wir durch leisen Nieselregen, der sich mit der Zeit aber leider verschlimmerte und zu einem richtigen Schauer heranwuchs. Schnell wurden Zelte abgebaut und alle Sachen zusammengepackt, bevor wir uns auf den Weg zur 14 km entfernten Station Singi machten. Dort angekommen erwarteten uns Fladenbrote, gefüllt mit Rentierfleisch, Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Nach der Pause in Singi ging es weiter zum 3ten Checkpoint: Sälka. Die 12,5km schafften wir noch am gleichen Tag und kamen abends erschöpft und bei strömendem Regen in Sälka an. Hier schlugen wir dann auch unser Zeltlager auf.

Tag 3: Einigermaßen erholt begrüßte uns morgens beim Aufstehen eine Rentierherde in einiger Entfernung. Durch den vielen Regen war der Weg sehr aufgeweicht und matschig. Die kleinen Bäche, die wir während unserem Weg überqueren mussten, waren zu größeren Flüssen angeschwollen. Die Überquerung war nicht immer leicht und kostete einiges an Zeit und Energie. Einen Adrenalinschub bekamen wir aber durch die Bezwingung des einzigen Gipfels auf der ganzen Reise. Im wahrsten Sinne des Wortes konnten wir dort unser „Bergfest“ feiern. Die Hälfte der Gesamtstrecke war geschafft. Am nächsten Checkpoint Tjäktja erwarteten uns leckere Karotten-Muffins und Kaffee / Tee. Hier angekommen hatten wir weitere 15 km hinter uns gebracht. Nach einer kurzen Rast ging es weiter  zum nächsten Checkpoint Alesjaure, den wir in 12 km erreichen sollten. Dort angekommen wurden wir positiv überrascht. Es gab eine richtig Hütte, in der wir einkehren, essen, trinken und uns am Kaminfeuer aufwärmen konnten. Nach einem weiteren Tag mit Regen ein wahrer Segen.

Blick auf den Alesjaure

Tag 4: Nach einer kalten Nacht und Schnee am Morgen machten wir uns auf Richtung Kieron, das in 18 km Entfernung auf uns wartete. Die Wanderung dorthin am See entlang wurde durch die endlich durchbrechende Sonne noch schöner. In Kieron angekommen gönnten wir uns nochmal eine richtig lange Pause im Sonnenschein inkl. warmen Pancakes, bevor es auf zur letzten Etappe Richtung Ziel ging. Uns erwarteten 17 harte km, die uns alles abverlangten. Am Abend des vierten Tages kamen wir schließlich völlig erschöpft, aber glücklich, begrüßt mit Applaus und Jubel der anderen Teilnehmer am Zielpunkt Abisko an. Nachdem wir unsere Goldmedaille für die erfolgreiche Bezwingung der Strecke abgeholt hatten, gönnten wir uns noch einen Rentier-Döner. Den hatten wir uns auch wirklich verdient!

Wer noch mehr über die Tour erfahren möchte, auf thehiketribe.com hat unser ehemaliger Mitarbeiter Jan seinen Erfahrungsbericht geschrieben.

Rückblickend betrachtet war der Hike eine Erfahrung, die wir alle nicht missen wollen. Die Strecke war hart, die Anforderungen und körperliche Belastung hoch, aber die unbeschreibliche Natur und die Schönheit Nordschwedens waren jeden Schweißtropfen wert. Wir können zu Recht sagen: auf dieser Tour wurden wir von Kollegen zu Freunden. Wer sich für Natur, wandern und absolute Ruhe begeistern kann, der ist bei den nächsten Fjällräven Classics absolut richtig.